Das Schuljahr 2025/26 stand im Zeichen der Stabilisierung und des Ausbaus unserer Kontakte ins europäische Ausland im Rahmen von Erasmus+. Neben unserer Schülermobilität nach Schweden wurden wir von Kolleginnen aus Österreich und Polen besucht. Das bereicherte unser Schulleben sehr, erforderte aber auch viel Organisation und Koordination.
Gemeinsam lernen, gemeinsam gestalten
Bereits zum zweiten Mal besuchten uns die Kolleginnen der Wirtschaftsschule Kufstein mit ihren 14 Schülerinnen der Digitalklasse. Der Kontakt besteht seit drei Jahren und startete mit einem Besuch unserer Schule. Wir wurden damals so herzlich aufgenommen, dass wir gerne wieder etwas davon zurückgeben.
Herzstück der Woche war das Videoprojekt in unserer Schule. Schon in den Wochen vorher planten die Kinder der Lerngruppe Blau die Präsentation von Montessori-Material in einem Video. Dafür entwarfen sie Drehbücher und kümmerten sich um das passende Equipment. Ziel des Projekts war die Erstellung von Erklärvideos, die unsere Schülerinnen und Schüler gemeinsam mit den österreichischen Schülerinnen der Digitalklasse produzierten. Einen Schultag lang lernten beide Seiten voneinander und die Ergebnisse lassen sich sehen. Beim gemeinsamen Berlintag starteten wir bei den Berliner Unterwelten an der Bernauer Straße. Auch unsere Schüler hatten bisher noch nicht so viel über den Mauerbau und die Zeit des Kalten Krieges erfahren. Danach ging es auf Stadtrundfahrt mit einem alten BVG-Doppeldecker. Das freute den Bildspeicher der Mobiltelefone. Die Tage waren voll von produktivem Austausch, Spaß und gegenseitigem Lernen – ein voller Erfolg, den wir gerne wiederholen. Servus und wiederschaun!
Mit dem Nachtzug nach Schweden
Höhepunkt des ERASMUS-Jahres war wieder einmal die Fahrt nach Schweden. Mit 24 Kindern des sechsten Jahrgangs und drei Erwachsenen ging es von Königs Wusterhausen ab Berlin mit dem Nachtzug nach Linköping. Eine Woche lang eine andere Montessori-Schule kennenlernen, sich in der Stadt eines anderen Landes bewegen und auf Englisch kommunizieren. Da waren alle aufgeregt! Schon am Ankunftstag war die gemeinsame Rallye durch Linköping ein wichtiger Programmpunkt. Hier mussten die Kinder organisatorisches Wissen und ihre englischen Kenntnisse bereits voll einsetzen. Schon in den Wochen vor der Reise wurden sie im Englischunterricht darauf vorbereitet. Am nächsten Tag in der Montessori-Schule Mondial erwartete alle ein volles Programm, wo sich schwedische und deutsche Schüler und Schülerinnen sehr gut in kleinen Gruppen austauschen konnten. Sport, Geografie und Geschichte waren auf einem Parcours auf dem Schulhof die Schwerpunkte. Dabei darf man sich das Gelände nicht wie bei deutschen Schulen vorstellen. Gleich neben der Montessori Mondial ist eine Wand aus Steinbrocken, die von den Kindern sofort erforscht wurde. Das ist schon eine Herausforderung. Abschließend wurde in der Sporthalle ein großes Teamposter erstellt, was die Kinder mit Europa verbinden. Das Ergebnisse soll den schwedischen Eltern beim Tag der offenen Tür gezeigt werden. Am Mittwoch trafen sich alle wieder im Flugzeugmuseum von Linköping, einem großartigen Ort, um die moderne Stadtgeschichte besser zu verstehen. Als gemeinsames Projekt gab es die Erklärung des Raketenantriebs und den Bau einer Wasserpumpenrakete. Natürlich wurden diese getestet und die Siegerteams gekürt. Kaum hatte man sich gegen Mittag getrennt, traf man sich am Nachmittag im Jump Yard, der großen Trampolinhalle, wieder. Der war der richtige Ausgleich zu den Projekten in der Schule und im Museum. Am Donnerstag ging es in die schwedische Schulgeschichte. In der Museumstadt Gamla erklärte eine engagierte Führerin auf Englisch den Kindern in nachgebauten Klassenräumen alles über Schiefertafeln mit Hasenpfote, Formen der Strafen usw. Alle waren sehr angetan von dieser sehr hautnahen Erklärung der Vergangenheit. Natürlich nahmen sich noch alle Zeit, sich die Museumsstadt mit ihren Werkstätten, Läden und Cafés genauer anzusehen.
Am Freitag, unserem Abfahrtstag, ging es als letzten Programmpunkt zum gemeinsamen Kochen in das pädagogischen Naturzentrum Linköping. Zuerst erfuhren alle etwas über Pflanzen in Schweden, die für Schmetterlinge lebensnotwendig sind. Aber dann ging es nach draußen an die Kochstelle. Es gab eine Aufteilung in die Brotgruppe, die Linsenbolognese-Gruppe und die Nachtisch-Gruppe. Mit Hilfe von Rezepten in Englisch und Schwedisch zauberten die Kinder ein wunderbares Essen. Das war wirklich ein großer Spaß, den alle in Erinnerung behalten. Satt und glücklich nahm man Abschied von tollen Menschen und einer gastfreundlichen Stadt, um rechtzeitig wieder in den Nachtzug nach Berlin zu steigen.
Hejda och vi ses snart – tschüss und bis bald, wir kommen wieder. Die Planungen für das Schuljahr 26/27 laufen bereits.
Montessori im Fokus
Neu für uns war das Job Shadowing von drei polnischen Kolleginnen einer Grundschule in der Nähe von Gdańsk (Danzig). Sie waren sehr daran interessiert unser Montessori-Konzept kennenzulernen. Besucht hatten sie im Rahmen von ERASMUS+ bereits Schulen in anderen europäischen Ländern, um Ideen für die Entwicklung ihrer Schule zu sammeln. An ein Schülerprojekt hatten sie dabei noch nicht gedacht.
Ihr Besuch fiel in unsere Projektwoche und so erlebten sie nicht unseren regulären Montessori-Alltag, aber wir nahmen uns Zeit, ihnen unsere Philosophie und unser Material zu erklären. Mit einem Korb voller Ideen ging es nach einer Woche für unsere polnischen Kolleginnen wieder zurück. Auch sie waren mit ihren Fragen eine Bereicherung für uns, und wir hoffen, den Kontakt langfristig aufrechterhalten zu können. – Do widzenia!
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